Original Thüringer Bratwürste & Brätel vom Rost

Thüringer Bratwurst | Thüringer Rostbrätel | Currywurst Erfurt

Sie sind auf der Suche nach einer originalen Thüringer Bratwurst vom Holzkohlegrill in Erfurt? Dann sind Sie bei Billes Restaurant, direkt am Anger in der Innenstadt Erfurts, genau richtig. Wir braten für Sie köstliche Thüringer Grillspezialitäten von Montag bis Samstag von 10:00 bis 18:00 Uhr. Dazu zählen selbstverständlich Original Thüringer Bratwürste, welche jedem Bratwurstfan auf der Zunge zergehen und Lust auf mehr machen! Ebenfalls bieten wir unseren Kunden zarte Thüringer Rostbrätel nach Art des Hauses an. Alle unsere Fleischwaren entsprechen höchsten Qualitätsstandards und werden von der Fleischerei Reifenstein in Erfurt produziert. Das dazu verwendete Fleisch kommt ausschließlich aus Thüringen, was uns besonders wichtig ist. Das hier aufgeführte Zertifikat unseres Lieferanten unterstreicht zudem, dass es sich bei unseren Bratwürsten auch tatsächlich um Original Thüringer Bratwürste handelt. Denn diese stehen seit 2004 unter besonderem Schutz der Europäischen Gemeinschaft, was bedeutet, dass diese nur in Thüringen und nach überlieferter Rezeptur hergestellt werden dürfen.

 

Kosten Sie unsere einmalig leckere original Thüringer Bratwurst frisch vom Holzkohlerost! Genießen Sie diesen Klassiker aus Thüringen im Brötchen, egal, ob mit Senf, Tomaten-Ketchup oder pur!

 

Für alle die auf wahren Fleischgeschmack vom Rost stehen, gibt es bei uns herzhafte traditionelle Thüringer Rostbrätel. Zart, würzig, unvergleichlich köstlich. Dazu gibt es ebenfalls ein frisches Brötchen.

 

Die Thüringer Bratwurst – Tradition, Qualität & Entwicklung für Thüringen

Im nachfolgenden Teil beleuchten wir die Geschichte der originalen Thüringer Rostbratwurst genauer sowie deren Bedeutung für die Bürger Thüringens und der ansässigen Tourismusbranche. Ein Dankeschön an dieser Stelle an Patricia Klamt, welche diesen Aufsatz ausgearbeitet hat. Für Hinweise und Anregungen bitten wir Sie uns unter info@billes-restaurant.de zu kontaktieren. Als kleinen Vorgeschmack haben wir ebenfalls den Beitrag von Thüringen exklusiv zur Thüringer Bratwurst für Sie eingebunden.

 

Thüringen exklusiv
Die Thüringer Bratwurst – Teil 1:

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Die Thüringer Bratwurst – Teil 2:

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Die Thüringer Bratwurst – Teil 3:

 

Thüringen – Das Bratwurstland

Thüringen mit seinen 16.172,10 km² und 2.257.063 Einwohnern ist ein Bundesland, das sich in erster Linie durch seine fleißigen und freundlichen Menschen sowie deren Natur- und Kulturverbundenheit auszeichnet. Gerühmt wird sein einzigartiges Flair als Mix aus heiterer Gelassenheit, Kultur, Natur und Lebensfreude.

Nicht nur die altstilistische Bauweise der Altstädte in den Zentren der Ortschaften und die einzigartigen Naturbiotope, z. B. der Thüringer Wald und der Hainich, begeistern Jung und Alt, auch die berühmte traditionelle Thüringer Küche hat viele kulinarischer Erlebnisse zu bieten, die einen Besuch im grünen Herzen Deutschlands lohnend erscheinen lassen.

In Thüringen geht der Tourismus oft durch den Magen. Die Thüringer Küche hält Leib und Seele zusammen. Dies gilt ganz besonders für die weltberühmte Thüringer Rostbratwurst.

Geschichte der Thüringer Bratwurst

Die Thüringer Rostbratwurst hat eine jahrhundertalte Tradition. Nur durch einen puren Zufall wurde ihre „Geburtsurkunde“ entdeckt. Ein Archivar aus Arnstadt mit Namen Peter Unger fand im Sommer 2000 eine Klosterrechnung aus dem Jahre 1404.

Eigentlich suchte er in den Urkunden des Lieb-Frauenklosters in Arnstadt etwas ganz anderes. Er hatte den Auftrag, nachzuprüfen, ob sich in den alten Rechnungen die Ersterwähnung des Arnstädter Bieres befindet.

Während Peter Unger die Rechnung prüfte, stieß er auf die denkwürdige Seite 27 und fand den bis dato historisch frühesten Eintrag zur Bratwurst.

„1 gr Darme czu Brotwurstin“ – „1 Groschen für Bratwurstdärme“ hieß es wortwörtlich, nieder geschrieben vom damaligen Probst persönlich. Die klerikalen Damen im Kloster tranken somit nicht nur gerne Bier, sondern genossen dazu Bratwürste, wohl um der besseren Trinkunterlage wegen.

Diese Ersterwähnung war ein Meilenstein in der thüringischen Brautwurstforschung. Die Original-„Geburtsurkunde“ ist bis zum heutigen Tage für alle Interessenten in der thüringischen Staatsbibliothek in Rudolstadt einzusehen.

Eine weitere wichtige historische Erwähnung in Form eines Rezeptes, welches den kompletten Herstellungsprozess in der damals üblichen Form enthält, befindet sich im Staatsarchiv in Weimar. Es stammt aus der „Ordnung für das Fleischerhandwerk zu Weimar, Jena und Buttstädt“ vom 2. Juli 1613.

In dem „Thüringisch – Erfurtische Kochbuch“ von 1797 findet sich eine zusätzliche Variante der Herstellung, welche zu jener Zeit eine kulinarische Neuerung gewesen war, da es ein Rezept für geräucherte Bratwurst beinhaltet.

Zusätzlich zu diesen Urkunden gibt es unzählige Sagen und Erzählungen, meistens nur in mündlicher Form überliefert, zur Entstehung der Thüringer Rostbratwurst. In unterschiedlichen Orten und Landstrichen aus dem Raum Thüringen wurden diese Geschichten durch Weitererzählen über die Jahrhunderte am Leben gehalten. Doch gibt es keinerlei urkundliche Nachweise oder Belege, die diese alten Geschichten stützen könnten.

Eine Mär behauptet, die legendäre Thüringer Bratwurst sei um 1400 in Jena auf dem wöchentlich stattfindenden „Jenaprießnitzer Bauernmarkt„ erfunden worden. Eine andere wiederum spricht davon, dass sie in Erfurt erstmalig hergestellt wurde. Und schließlich in Gotha bekommt man zu hören, dass die Bratwurst erstmals von einem Fleischer auf einem mittelalterlichen Markt in Gotha an den Mann oder an die Frau gebracht worden war.

Am 22. Mai 2004 feierte die Thüringer Bratwurst mit mehr als 20 000 Gästen aus nah und fern ihren 600sten Geburtstag auf dem Erfurter Domplatz. Ein sensationeller Erfolg! Letztendlich war dies die Initialzündung dafür, dass am 28. Mai 2006 das erste Bratwurstmuseum Deutschlands in Holzhausen bei Eisenach eröffnet wurde.

Die Attraktion für Touristen aus aller Welt

Der Tourismus, weltweit einer der wichtigsten und einträglichsten Wirtschaftszweige mit all seiner ungeheuren Variabilität des Angebots, ist auch für das Bruttosozialprodukt Thüringens von hoher Bedeutung. Seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts befindet sich hierzulande die Tourismusbranche im stetigen Wachstum. Die verkürzten Arbeitszeiten, das veränderte Freizeitverhalten, die weit höhere Mobilität der Menschen und der Ausbau der Infrastruktur, eröffnen völlig neue Reisemöglichkeiten. Das touristische Angebot ist deshalb, ebenso wie die Nachfrage, immens. Es differenziert sich nach den individuellen Bedürfnissen der Reisenden und deren Finanzen.

Die am stärksten boomende Touristengruppe stellen die Best-Ager bzw. 50plus dar. Finanziell sind sie relativ gut ausgestattet, wollen „auf ihre alten Tage“ etwas erleben und verfügen über viel Freizeit. Besonders nachgefragt werden von ihnen Busreisen und Radwanderfahrten. Die Ü50er schätzen das Gemeinschaftserlebnis und begeistern sich vor allem für Kultur und Natur, eine Kombination bei der Thüringen besonders viel zu bieten hat.

Nach PKW und Flugzeug belegt der Reisebus mit 6,2 Millionen Urlaubsreisen und einer Dauer von mindestens fünf Tagen im Durchschnitt den dritten Rang unter den Verkehrsmitteln. Weiterhin sind 13,8 Millionen Kurzreisen, von zwei bis vier Tagen Dauer, sowie 100 Millionen Tagesfahrten zu addieren, was zusammengerechnet eine Summe von 120 Millionen Busreisenden mit einem Durchschnittsalter von 56 Jahren ergibt.

Besonderer Beliebtheit erfreuen sich nach wie vor Städtereisen mit den Stadtführungen. Die Zahl der Busankünfte in Thüringen steigt Jahr für Jahr zwischen 5 und 8 Prozent. Allein zum Erfurter Weihnachtsmarkt 2013 kamen insgesamt 1.511 Reisebusse aus 276 Regionen Deutschland und dem Ausland. Ein stetiges Wachstum der Busreisen zum Erfurter Weihnachtsmarkt hingegen der vorigen Jahre ist zu verzeichnen.

Ein besonderes Highlight und quasi ein „MUSS“ jeder Reise in das grüne Herz Deutschlands, ist der Genuss einer originalen Thüringer Rostbratwurst, deren Ruf sich als „Markenzeichen“ Thüringens weltweit etabliert hat.

Schon direkt nach der Ankunft wird von den Touristen nach dem besten Rostbratwurststand der Stadt gefragt. Viele Reisende freuen sich bereits vor Reisantritt darauf, vor Ort die berühmte, für Thüringen typische Spezialität zu probieren.

Wer das „Bratwurstland“ Thüringen besucht und die weltberühmte kulinarische Spezialität nicht probiert, der hat etwas verpasst!

Schließlich will der Tourist in der Heimat vom Genuss der Thüringer Köstlichkeit den Daheimgebliebenen berichten können und dafür muss er schließlich wissen, wie die Thüringer Rostbratwurst, von der alle schwärmen, tatsächlich schmeckt.

Bei einer Umfrage, welche Begriffe die Menschen in erster Linie mit Thüringen verbinden, kam die Bratwurst (80 Prozent) mit weitem Abstand auf Platz 1. So ungern die Thüringer ihr Land als „Bratwurstland“ bezeichnet sehen, im Bewusstsein der Touristen ist dies nun einmal so. Also muss dieses Klischee bei einer geschickten Touristenakquise auch bedient werden.

Von den Einheimischen bekommen die Touristen auch gerne erklärt, dass ein „echter Thüringer“ seine Bratwurst mit Senf (und nicht mit Ketchup) verzehrt. Born Senf aus Erfurt im Idealfall. Der Senf ist ebenso Teil des kulinarischen Spektrums Thüringens. Die Kombination von Bratwurst und Senf ist nicht nur eine Freude für den Gaumen, sondern ebenso ein Geschenk an den ganzen Körper. Vor allem, wenn man die Variante mit scharfem Senf bevorzugt, da die so genannten „Isothiocyanate“, welche sich in diesem Produkt befinden, schädliche Bakterien natürlicherweise abtöten und Bioaktivstoffe, fachlich „Glucosinolate“ genannt, uns vor allgegenwärtigen Umwelttoxinen schützen.

Diese Kombination führt auch dazu, dass die schädlichen Röststoffe (im wesentlichen Kohlenwasserstoffe), welche sich während der Erhitzung der Wurst an selbiger fest setzen und nicht ganz unschädlich für den menschlichen Organismus sind, in ihrer Wirkung stark abgemildert werden. Mit anderen Worten: Der Senf steigert die Verträglichkeit der Rostbratwurst.

Natürlich gibt es an den Rostbratwurstständen in Thüringen auch die Möglichkeit, seine Bratwurst statt mit Senf, mit einer ordentlichen Portion Ketchup zu garnieren. Dies sehen die Einheimischen zwar nur „mit Abscheu“, aber letztendlich is(s)t alles eine individuelle Geschmacksfrage und der Kunde bzw. der Tourist sowieso König.

Auch ist es in Thüringen traditionell üblich, bei der Erhitzung der rohen Bratwurst auf dem Grill, das von den Fettspritzern aufflammende Grillfeuer mit einem guten Schuss Bier abzulöschen. Dies soll nach allgemeiner Thüringer Auffassung dem Grillgut zu seinem unvergleichlichen köstlichen Geschmack verhelfen. Die Fachleute sehen diesen Punkt allerdings eher kontrovers.

Die einen argumentieren, dass das Ablöschen mit Bier gesundheitsschädlich sei, da es dazu führe, dass nicht nur Glutreste, sondern auch weißer Aschestaub der meist chemisch vorbehandelten Grillkohle nach oben stiebt, die Wurst „verseuche“ und krebserregende Stoffe frei setze. Die anderen wenden ein, dass das Ablöschen mit Bier auf den Geschmack keinerlei Auswirkungen haben könne, da die Einwirkzeit viel zu kurz sei, als dass sich Aromen frei entfalten könnten.

Der eingeborene Thüringer allerdings schwört auf das Ablöschen mit dem goldenen Nass, da der Alkohol die Fasern des Fleisches besonders zart und weich werden lasse und man nur so eine knackige Wurst auf den Teller bzw. zwischen die Zähne bekäme. Nur durch die Zuführung von Bier werde die Rostbratwurst so richtig würzig, bleibe saftig und erhalte den typischen knackigen „Biss“, so, wie es die Urgesteine unter der thüringischen Bevölkerung besonders gern mögen. Aber auch in diesem Fall ist es letztendlich alles eine – im wahrsten Sinne des Wortes – Geschmacksfrage.

Bemerkenswert ist, dass es nach 1990 entgegen allen Prognosen der im Westen Deutschlands so beliebten Currywurst nicht gelungen ist, die Thüringer Rostbratwurst zu verdrängen. Im Gegensatz zu dieser, die in einer Art rechteckiger Bratpfanne mithilfe von Gas oder Strom gebraten und so dann zerschnippelt und mit Ketchup und Currygewürzpulver überdeckt wird, ist für die Thüringer Rostbratwurst die klassische Zubereitung auf dem Rost über glühender Holzkohle und im Ganzen unabdingbar. Dies hat auch den Versuch, die Thüringer Bratwurst als allgegenwärtige Fast-Food-Spezialität, dazu noch auf dem Pappteller, an den Mann oder die Frau zu bringen, kläglich scheitern lassen. Der Thüringer isst seine Bratwurst im aufgeschnittenem Brötchen und nicht anders. So entfaltet sich der leckere Geruch und Geschmack einer frisch gegrillten Bratwurst vom Rost am besten, vom knackigen Biss ganz zu schweigen.

Die Thüringer Rostbratwurst ist auch dicker als ihre westdeutsche Konkurrenz. Der Einwand, eine dünnere Wurst sei schneller „durch“, mag zwar richtig sein, können aber echte Thüringer nicht überzeugen.

So ist es gerade die besondere Eigenart der Thüringer Bratwurst, die aus bestem Schweinefleisch und nicht aus Abfällen hergestellt wird, und ihrer Zubereitung, die ihr ein weltweites Alleinstellungsmerkmal sichert und jeden Touristen zum begeisterten „Bratwurstfan“ werden lässt. Dies trotz Biokost und cholesterinfreier Ernährung. Diese modernen Ernährungsmegatrends haben der echten Thüringer Rostbratwurst wegen ihrer besonderen Fleischqualität bisher jedenfalls nichts anhaben können.

„Entwicklungshelfer“ für die Thüringer Tourismusbranche

Ein besonders beeindruckendes Beispiel für die große Tourismusbedeutung der Thüringer Rostbratwurst bietet alle vier Jahre bei den Olympischen Winterspielen das sogenannte „Thüringen-Haus“ des Landessportbundes Thüringen e.V.

Vor den Olympischen Winterspielen in Nagano/Japan wurde die Idee geboren, die Erfolge Thüringer Wintersportler bei den Olympischen Winterspielen für die Thüringer Tourismuswerbung zu nutzen. Der Aufmerksamkeitswert, die Sympathiewerte und der Bekanntheitsgrad Thüringer Wintersportler sind weltweit enorm. Dies gilt insbesondere alle vier Jahre für die jeweilige 16-Tages-Phase der Olympischen Winterspiele. Deshalb bietet das sogenannte „Thüringen-Haus“ vor allem der Bevölkerung des Ausrichterlandes, den Olympiagästen, den mitgereisten deutschen Fans und den Thüringer Athleten die Möglichkeit, gemeinsam den Olympic Spirit zu erleben und die Thüringer Erfolge zu feiern. In einer Art „Thüringer Oktoberfest“ wird bei Thüringer Rostbratwurst, Thüringer Rostbrätel, Thüringer Klößen, Weißkraut und Thüringer Bier täglich von 10 Uhr morgens bis 1 Uhr nachts Party gemacht und zugleich für den Freistaat Thüringen geworben.

Die Thüringer Tourismusgesellschaft mbH ist jeweils mit einem permanenten Stand im Thüringen-Haus vertreten und kann sich vor Anfragen, wo denn das sympathische Land liege und wie man dahin komme, kaum retten. Tonnen von Prospektmaterial fanden ihre interessierten Abnehmer.

Die erfolgreichen Thüringer Wintersportathleten stellen sich -wie von selbstverständlich- in den Dienst dieser extrem medienwirksamen Werbeaktion für Thüringen und feiern (natürlich erst nach ihren Wettkämpfen) kräftig mit.

„Medalwinner“ zum Anfassen sind für die Besucher des Thüringen-Hauses genauso eine Attraktion, wie Thüringer Bratwurst oder Köstritzer Schwarzbier.

Nach einem finanziell noch etwas holperigen, aber ansonsten schon durchaus erfolgreichen Start 1998 in Nagano/Japan mit einem Zelt auf dem Parkplatz eines beliebten Einkaufszentrum, war bereits die Zweitauflage im Jahr 2002 in Salt-Lake-City ein Riesenerfolg. 25.000 Gäste besuchten das Thüringen-Haus und genossen „German Beer“ und „Wurstel con Krauti“. Den Thüringern war es im aus religiösen Gründen Alkohol ablehnenden Mormonenstaat Utah trickreich gelungen, eine Ausnahmegenehmigung für den Verkauf ihres Thüringer Bieres zu erlangen. Die vor Ort nach original Thüringer Rezept produzierte und vom Grillweltmeister Erich Fuchs auf dem Holzkohlrost zubereitete Rostbratwurst versetzte die Amerikaner in Entzücken. Die Besucherschlange war häufig 400 m lang. Viele berühmte Persönlichkeiten besuchten das Thüringen-Haus und die Nähe zum Pressezentrum brachte viele Berichte in den Printmedien, Rundfunk und Fernsehen ein. Eine sensationelle Werbung für den Freistaat Thüringen. Die Amerikaner sprachen vom Thüringen-Haus als „Best Party in Town“ und baten den Landessportbund Thüringen e. V., auf Dauer zu bleiben. Ein Angebot, dass von dort aus Satzungsgründen leider abgelehnt werden musste.

Vier Jahre später 2006 in Turin, bestanden vorher erhebliche Zweifel, ob die Thüringer Rostbratwurst in Oberitalien eine Chance gegen Pizza und Pasta haben würde. Sie hatte eine. Das Thüringen-Haus war ein großes Party-Zelt im Fausto-Coppi-Radstadion.

Nach verhaltenem Beginn in den ersten drei Tagen, wurden schließlich nicht geglaubte 47.000 Besucher gezählt. Die Original Thüringer Rostbratwurst war die Königin von Turin. Die vor allem in ihrer Publikumswirksamkeit kaum vergleichbaren Aktivitäten der Freistaaten Bayern und Sachsen landeten weit abgeschlagen. Allabendlich sangen Menschen aller Länder um 24 Uhr gemeinsam die „Thüringer Nationalhymne“, das Rennsteiglied.

2010 war dann die absolute Krönung. Diesmal nicht als Thüringen-Haus, sondern offiziell im Auftrag des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) als „German-Fan-Fest powered by Thüringen“ gelang es dem LSB Thüringen e. V. in Vancouver einen Standort direkt an der Bay in bester Touristenlage zu ergattern. Wieder wurde die Rostbratwurst, wie in Nordamerika aufgrund der strengen Lebensmittelvorschriften nicht anders möglich, vor Ort nach Original Thüringer Rezept produziert. Der Produktionsleiter des kanadischen Fleischwarenunternehmens war extra 14 Tage zum „Rostbratwursttraining“ zur Fa. Wolf nach Schmölln gereist und ein Schmöllner Fleischermeister überwachte den Produktionsprozess in Kanada. Das Ergebnis lockte an den 16 Tagen nicht für möglich gehaltene 87.000 Besucher an. Das IOC und der DOSB waren begeistert, die Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, an der Spitze der von ihr geführten Wirtschaftsdelegation, nicht minder. Sie sprach von einer grandiosen Werbung für Thüringen, die stolz mache.

Die Gäste des „German-Fan-Fest powered by Thüringen“ verkonsumierten an den 16 Olympiatagen 60.000 Rostbratwürste, 25.000 Rostbrätel und 480 Hektoliter Köstritzer Schwarzbier. Niemand hatte mit diesem Zuspruch gerechnet. Nach nur 8 Tagen ging das Bier aus und musste per Luftbrücke nachgeliefert werden.

Die Preise für die Lebensmittel-Botschafter Thüringens waren auch olympiareif. Das 0,4 Liter Glas Köstritzer Schwarzbier kostete neun kanadische Dollar, die Thüringer Rostbratwurst sieben kanadische Dollar und das Rostbrätel neun kanadische Dollar. Der Umrechnungskurs zum Euro liegt ungefähr bei 1,4. Neun kanadische Dollar sind also 6,40 Euro, sieben kanadische Dollar sind 5 Euro.

Die Thüringer Tourismusgesellschaft mbH war vom Publikumsdrang überwältigt. Sie konnte zahlreiche vielversprechende Kontakte knüpfen und Reiseverträge anbahnen.

Fazit: Die Thüringer Rostbratwurst ist insbesondere im Verbund mit Thüringer Rostbrätel, Thüringer Klößen und Thüringer Bier als Werbeträger für unseren Freistaat nahezu unschlagbar.

Leider waren die Aussichten für eine Wiederholung des Erfolgs bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotchi/Russland nicht besonders günstig. Die Verantwortlichen von DOSB und LSB Thüringen e. V. erwarteten in Russland kaum überwindbare bürokratische Hürden und utopische Preise für geeignete Standorte. Auch das Publikumsinteresse der Russen war nicht kalkulierbar.

Die Thüringer Rostbratwurst in Übersee

In den vereinigten Staaten begann alles im 19. Jahrhundert, als die Thüringer Rostbratwurst ihren Weg nach Sheboygan im Bundesstaat Wisconsin mithilfe deutscher Siedler fand. Die Menschen in der Stadt hielten die alte Tradition des Kochens über einem offenen Feuer lebendig und so kam es zu vielen Grillfesten. Im Jahr 1953 fand das erste Brat-Festival in der Innenstadt von Sheboygan statt. Es wurden sogar einige Straßen der Stadt in „Bratwurst-Boulevard“ oder „Semmel-Straße“ umbenannt. Nach 13 Jahren wurde das Brat-Festival abgesetzt, weil die Anzahl der Besucher für das Zentrum der Stadt zu groß geworden war. Aber schon 1978 wurde das Fest neu belebt, da die Proteste der Bewohner nicht abebben wollten.

„Brat Days“ ist seitdem die größte Spendenkampagne für die Sheboygan Jaycees, welche sich als Ziel gesetzt haben, Personen im Alter von 18 bis 40 Jahren im Geschäftsleben und bei ihrer beruflichen Karriere zu helfen.

Seit 1967 findet in Bucyrus im Bundesstaat Ohio das Bucyrus Bratwurst Festival statt. Die Stadt hat trotz des ungewöhnlichen Namens eine von deutschen Einwanderern geprägte Geschichte. Diese Geschichte ist Anlass des jährlichen Festivals im August, welches jedes Jahr um die 9.000 Besucher anzieht. Für drei Tage wird der Highway durch die Stadt gesperrt und es finden Umzüge und Paraden, ähnlich wie beim Karneval, statt. Die Stadt nennt sich selbst -bescheiden wie man in den USA ist- „Die Bratwurst-Welthauptstadt“.

Die Thüringer Bratwurst hat es auch nach Chicago geschafft. Chicago ist eine Weltstadt am Südwestufer des Michigansees im Bundesstaat Illinois. Mit einer Einwohnerzahl von 2,7 Millionen ist sie die drittgrößte Stadt der USA. 1833 gegründet, sorgte die Stadt 1855 für Aufsehen, als deutsche Siedler mit einem Aufstand („Lager Beer Riot“) für das Recht, auch am Sonntag Bier ausschenken zu dürfen, kämpften. Auch heute noch haben über 6 Prozent der Bevölkerung deutsche Vorfahren.

In der Stadt befindet sich das über die Stadtgrenzen hinaus bekannte und beliebte Lokal „Laschet’s Inn“. 1971 übernahm Karl Laschet das Lokal und gab ihm den Namen. Seit dem Jahr 2007 führen Matt und Mannie Laschet das Restaurant fort. Die Speisekarte ist deutsch geprägt, so gibt es neben Sauerbraten und Sauerkraut auch Thüringer Bratwürste auf der Karte. Thüringische Speisen, insbesondere die Thüringer Rostbratwurst, sind somit auch in den Vereinigten Staaten sowohl bei den Einheimischen als auch bei den Touristen sehr beliebt.

Die Scheiche von Dubai beispielsweise verwöhnen seit Jahren ihre andersgläubigen Gäste, denen sie während ihrer touristischen Offensive erst einmal nur das Beste angedeihen lassen wollten, mit wöchentlich frisch gelieferten Original Thüringer Rostbratwürsten aus dem Fleischmarkt Aschara in Thüringen. Nachdem die Kundschaft jedoch am Haken zappelte, handelten die Scheiche nur noch kostenorientiert und beziehen ihre „Thüringer Rostbratwürste“ aus irgendwelchen dubiosen Quellen.

Schon seit Jahren gibt es in Vietnam den Wunsch, ein liebgewordenes Produkt aus Thüringen auch zu Hause verzehren zu können. Dies ist nun dank Dr. Mai Huy Tan und seinem deutschen Freund Michael Campioni aus Erfurt möglich. Deutsche Waren sind in Vietnam ohnehin sehr beliebt, denn viele Vietnamesen, wie auch Dr. Mai Huy Tan, studierten und arbeiteten in der damaligen DDR.

Sie gründeten in der Nähe von Hanoi eine Fleischfabrik, die u. a. thüringische Rostbratwürste herstellt. In einem Vorort von Hanoi werden sie unter Beobachtung deutscher Hygienerichtlinien und mithilfe deutscher Maschinen hergestellt. Die Tagesproduktion beläuft sich auf ca. 10 Tonnen. Das Schweinefleisch selbst kommt aus Vietnam, da die Lebensmittelvorschriften eine Schweinefleischlieferung aus dem Ausland nicht zulassen. Die Marke, unter der die Bratwürste verkauft werden, heißen „Duc-Viet“, zu deutsch: „Deutsch-Vietnamesisch“. Hergestellt wird nach Original Thüringer Bratwurstrezept, nur mit einer kleinen Änderung: Weniger Salz, da die Vietnamesen nicht so viel Salz zu sich nehmen wie Deutsche. Üblicherweise isst der Vietnamese seine Bratwurst nicht wie bei uns im Brötchen, sondern am Spieß. Ketchup und Senf gehören in Hanoi aber selbstverständlich dazu. Allerdings hat die Thüringer Bratwurst in Vietnam auch seinen Preis und so kommt es, dass sich nur die aufstrebende vietnamesische Mittel- und Oberschicht eine solche Köstlichkeit leisten kann. „Duc-Viet“ beliefert vor allem auch alle vietnamesischen Hotels ab 4-Sterne-Kategorie aufwärts.

Dies sind nur einige Beispiele für die Übersee-Performance der Thüringer Rostbratwurst. Thüringer Bratwürste gibt es mittlerweile an speziellen Orten und in fast allen Ländern der Welt, sogar in China. In Tropenländern behindert allerdings das Hygiene- und Frischeproblem ihre Verbreitung. Richtig gut schmeckt die Thüringer Bratwurst nur, wenn sie frisch ist. In Plastikfolie abgepackt und mit chemischen Konservierungsmitteln versehen, büßt sie schnell ihren unvergesslichen Geschmack ein und wird als laff, labbrig und gummiartig empfunden. Dies ist seiner Exzellenz der Thüringer Rostbratwurst, sprich des wichtigsten Botschafter des Freistaats Thüringens, unwürdig.

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass die Thüringer Bratwurst seit eh und je ein Erfolgsgarant für Thüringen und auch für unser Restaurant ist. Darauf kann man zu Recht stolz sein. Wir von Billes Restaurant pflegen die traditionelle Herstellung und freuen uns zahlreiche Gäste aus Nah und Fern bei uns begrüßen zu dürfen sowie die originale Thüringer Bratwurst anbieten zu können. Ein Geschmack für die Sinne!

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