Eine Erfurter Unternehmerin stellt sich vor.

Sybille Huff

Geboren am 20.08.1961, bin ich sesshaft in und um Erfurt.
Meine selbstständige Tätigkeit begann mit unserer Wiedervereinigung im Jahre 1990. Den Beginn fand ich mit einem Imbisswagen beim Feinkosthaus. Diesen konnte ich innerhalb eines Jahres mein Eigen nennen, nur dass ich leider nach dem ersten Jahr keine Standplatzgenehmigung mehr bekam.

Nach diversen Versuchen, einen Standplatz vor der Post und vor dem Angereck zu erhalten, bewarb ich mich, durch Ermunterung eines guten Freundes und seiner finanziellen Unterstützung, im Jahre 1991 für meinen heutigen Standplatz, der damaligen „alten Toilettenanlage“ am Lutherdenkmal. Damals auch bekannt als die „Silberhütte“. 

Mit Eröffnung des Erfurter „City-Snack“ am 26. November 1992 habe ich mich, durch viele anfängliche Herausforderungen mit der ehemaligen Bedeutung des Standortes als Toilettenanlage und meiner Investitionssumme von über einer Million DM, als immer wieder aufstehende und standhafte Unternehmerin etabliert. Auch wenn ich bis heute, leider auch durch persönliches Lehrgeld, an der Abzahlung der damaligen Kredite noch arbeite, bin ich mit Leib und Seele im Laufe der Zeit als „Bratwursthexe“ bekannt geworden.

Mein Verhältnis zu meiner geliebten Thüringer Bratwurst hat mich 1997 bis auf den Hamburger Fischmarkt gebracht. Die Ursache lag zum einen in den falschen Vorstellungen, was eine Thüringer Bratwurst alles sein sollte, und zum anderen an dem bis dahin noch nicht geschützten Begriff der Thüringer Bratwurst. Mit einer Sendung „Lass dich überraschen“ im ZDF kam ich mit meiner Thüringer Bratwurst auf den Hamburger Fischmarkt. Dort neben dem bekannten „Aal-Dieter“ meine Bratwürste bratend, bekam ich eher durch einen „Zufall“ meinen neuen Namen als „Erfurter Bratwursthexe“. Durch mein Zutrauen und die Darstellung unserer Thüringer Bratwurst im ZDF bekam ich nicht nur sehr viel Sympathiebekundungen von alten Erfurtern sondern auch das nachfolgende Image als „Bratwursthexe“.

Im Jahre 2003 wurde ich auch durch die Bedingungen des Arbeitsschutzes dazu aufgerufen, einen Neubau zu planen. Gemeinsam mit der Stadtplanung und allen weiteren Instanzen konnte dann mein zuständiger Architekt den Neubau im Januar 2009 beginnen. Die wiederum notwendigen Investitionen in Höhe von 650.000 Euro sind durch mich persönlich, mein hervorragendes Team von 7 Mitarbeitern bzw. „Mitunternehmern“ und natürlich begeisterten Gästen, Touristen und Besuchern refinanzierbar. Mir ist schon bewusst, dass es in der heutigen Zeit nicht mehr so viele Unternehmer gibt, die sich trotz der „Zeiten“ in eine hoffnungsvolle Unternehmensaussicht begeben und mit Geldpaketen (Krediten) belasten, welche die meisten Menschen nicht mal als Lebenseinkommen generieren können. Aus dieser Ausgangssituation heraus sehe ich natürlich auch die Unterstützung in vielen Bereichen, wie auch in dem Bereich in Erfurt. Mir als Unternehmerin sind natürlich meine Konsequenzen und auch die möglichen Fehlerquellen des unternehmerischen Alltags bekannt. Wie es Henry Ford bereits gesagt hat: “Wenn sie mir zeigen können, welche 80% der Fehlerquellen ich einsparen könnte, demjenigen… “Ja auch ich habe Fehler gemacht und ich werde wahrscheinlich auch in Zukunft nicht ganz fehlerlos durch die Welt gehen können. Denn wie wir so schön zu sagen pflegen – „Nur aus den eigenen Fehlern wird man klug“- auch wenn ich auf so manchen gern verzichtet hätte. Nun sind wir auch schon bei dem Thema, welches mich zurzeit stark beansprucht und einen (für mein persönliches Empfinden) großen Raum meiner Arbeit einnimmt. Vorweg nehmen möchte ich unbedingt: Ich bin mir sicher, dass alle angestellten Vertreter der städtischen Organe, die sich jeden Tag mit der Einhaltung der baulichen Vorbereitungs- und Realisierungsmaßnahmen im Stadtbild von Erfurt auseinander müssen, bestimmt sehr fleißig sind und zum Wohle der Stadt ihre täglichen Arbeitsaufgaben verrichten. 

Ich möchte:
- Für meine bisherigen sieben Mitarbeiter die Arbeitsplätze erhalten und weitere schaffen
- Für die Touristen einen neuen attraktiven Ort schaffen, der für die gesamte Stadt als Anziehungspunkt fungiert- Den Menschen, die gern Erfurt wieder besuchen wollen, durch einen guten Servicebereich selbst für „nur“ eine Bratwurst einen Sonnenschutz (Schirm) bieten.
- Und wenn sich das Fotomotiv für unseren geliebten Luther als Profilfoto aus der Krämpferstrasse ergeben sollte – dann würde ich gern jederzeit die Schirme auch dafür schließen.
- So gern wie ich sie für die Fotos von vorn auch als Unterstellmöglichkeit für alle Touristen geöffnet lassen möchte.
- Zur Unterstützung des Erfurter Blumenbildes bin ich auch gern bereit, die von mir bezahlten und nach dem Stadtbild orientierten Blumenkübel an meine Grundstücksgrenzen zu stellen – auch wenn diese Standflächen nicht mehr zu meinem Erbaurechtsvertrag und der Sondernutzungsvereinbarung gehören sollte. Ich bin auch bereit, diese dennoch gern als zusätzliche Parkfläche zu bezahlen
- Für die von mir zusätzlich gebaute öffentliche Toilette wünsche ich mir im Erscheinungsbild des Angers sichtbare Hinweisschilder für unsere Touristen.

Ich wünsche mir zum Schluss doch nur eins
:
Ich wünsche mir, allen vorbeigehenden Menschen einen Ort der Einkehr bieten zu können, der über den bekannten besinnlichen Bratwurstgenuss hinausgeht. Hierzu wünsche ich mir gemeinsam mit allen städtischen und kirchlichen Vertretern an einem Strang zu ziehen und so „EINS“ zu werden für einen bürgernahen Tourismus. Ich würde mich daher über eine unkomplizierte und flexible Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern des öffentlichen Interesses und mir als Unternehmerin, die ohne Extrabratwurst gerne ihren unternehmerischen und touristischen Verpflichtungen nachkommt.

Zum Schluss noch ein paar Zeilen zum Nachdenken:
Du bist umgeben von Institutionen und Systemen, die alle zu wissen meinen, was du brauchst. Sie machen dir Angebote und betonen, wie gut es wäre, wenn du ihnen glauben würdest. Ratgeber annoncieren ihre Künste, Wissenschaftler verbessern deine Lebensqualität, Gurus wollen dich retten und für jedes Problem gibt es Techniker und Ärzte, Politiker und Weltverbesserer, die behaupten, sie hätten dein Glück im Sinn. Für alles gibt es einen Durchschnitt, nach dem gemessen wird, die Statistiken häufen sich und du bist einen anonyme Zahl. Darum ist nichts so wichtig, wie die Entscheidung deines Lebens, Es ist wichtig, dass du deinem ganzen Herzen glaubst, dass du selbst wählst, wie du leben willst und dass du deine innere Stimme hörst und ihr traust.

Ich bedanke mich für Ihre Zeit und wünsche Ihnen,
dass auch Sie Ihre innere Stimme hören und Ihr vertrauen können.